Der Ruf der Kassandra

 

Kassandra ist die Verkünderin des Schicksals in der griechischen Mythologie, das keiner hören wollte. So warnte Kassandra vergebens gegen Ende des Trojanischen Krieges  die Trojaner vor dem Trojanischen Pferd und der Hinterlist der Griechen, so dass Troja unterging.

 

Der Gott Apollon verliebte sich in sie und schenkte ihr die Gabe der Vorhersehung, um seinem Werben Nachdruck zu verleihen. Kassandra, deren Schönheit Homer mit jener der Aphrodite verglich,[2] verschmähte ihn dennoch. Daraufhin verfluchte Apollon Kassandras Gabe der Vorhersehung, weil er sie ihr nicht wieder wegnehmen konnte. Er fügte hinzu, dass niemand ihren Vorhersagen Glauben schenken werde.

 

Zutreffende, aber vergebens vor einer drohenden Gefahr warnende Rufe werden als „Kassandrarufe“ bezeichnet. Historisch bekannte Warnungen dieser Art sind z,-B. Lenins Politisches Testament von 1922-23 mit seiner expliziten Warnung vor Josef Stalin sowie die zahlreichen publizierten und nicht publizierten Warnungen "Hitler bedeutet Krieg" (und unvermeidliche deutsche Niederlage). Charakteristisch für solche Kassandrarufe ist die Tatsache, dass sie von Personen stammen, die über Insiderkenntnisse und realitätsgerechtes Urteil verfügen, aber nicht (oder nicht mehr) über entsprechende Durchsetzungskraft (www.wikipedia 2012).

 

Heute beziehen sich die Warnungen vor allem auf die Veränderung in unserer Umwelt, die Verschmutzung der Meere, die Erderwärmung, die Nahrungsmittelknappheit und die gentechnische Veränderung von Pflanzen. In dieseen Rufen liegt ein inneres Bedürfnis nach dem Erhalt der Welt, so wie wir sie kennen. Doch Veränderung ist der Motor des Lebens. Es kommt darauf an, konstruktiv mit den Bedingungen umzugehen und sich in die Negativität der ewigen Warner hinein ziehen zu lassen.

 

Für Astrologen ist es wichtig, zwischen politisch relevanten Aussagen und populistischer Hysterie zu unterscheiden. In diesem Seminar gehe ich auf Horoskope von Menschen ein, die ihre Umgebung durch negative und ethisch stark gefärbte Urteile beeinflussen wollen und wollten, wie etwa Joschka Fischer, Noam Chomsky oder Jutta Dithfurt.