Über die Kybernetik sozialer Regelkreise

Das System und der Dritte

Über die Kybernetik sozialer Regelkreise und die Funktion von Drittrollen in der sozialen Arbeit
Reihe: Soziologie
Bd. 96, 456 S., 34.90 EUR, 34.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-14032-6

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Durkheim, Simmel, Freud und Mead entwarfen zeitgleich die Vorstellung eines ‚generalisierten Anderen‘. Weil ego und alter ego sich fremd bleiben, schwingt in der Kommunikation der beiden immer etwas Drittes mit, das den potentiellen Dissens bearbeiten helfen soll. Seit wir Institutionen nutzen, ist die größte Angst die vor dem entfremdeten Menschen und davor, Mechanismen ausgeliefert zu sein, die wir nicht beeinflussen können. Wir opfern spontane Befriedigung und Freiheit, um in sozialen Institutionen, am Arbeitsplatz, in Netzwerken oder auch in der Ehe Stabilität zu finden.

 

Souveräntiät und Selbstbestimmung kann durch zusätzliche Rollenebenen ermöglicht werden, die trotz Asymmetrie der Statusrolle Kontakt ‚auf Augenhöhe‘ bieten. Im sozialen Miteinander finden sich alternative kommunikative Ebenen, deren Sprache in subtiler Manier auf das Ungleichgewicht der institutionalisierten Beziehungen abzielt, und Variationen der Kommunikation auf alternativen Rollenebenen anbietet. Wer die damit verbundenen Dreieckskonstellationen spielen lernt, kann seine Ressourcen besser einsetzen. Der mysteriöse Dritte ist der eigentliche Repräsentant der sozialen Einheit.

 

Andreas Bleeck ist Seminarleiter und systemischer Berater aus Darmstadt, sowie Autor zahlreicher Bücher und Fachartikel, in denen der Ansatz  einer ‚astrologischen Soziologie‘ skizziert wird.