Ein soziologischer Blick hinter die Sterne

 

Vielversprechendster Anknüpfspunkt einer sozialwissenschaftlich orientierten Astrologie sind für mich die verschiedenen Rollentheorien der Soziologie. Autoritätsrollen, Geschlechterrollen, Rollen in Primärgruppen, sowie  mediale, diskursive und regulative Rollen finden eine Parallele in den Dualplaneten. Diese werden in 'Astrologische Astrologie, Band II - Dualrollen' vorgestellt. Rollen erfüllen allgemein Orientierungsfunktionen, da sie für planbares Verhalten aller am gesellschaftlichen Leben beteiligten Personen sorgen und somit Regelmäßigkeit und Berechenbarkeit der sozialen Handlungsbeiträge ermöglichen. 

Anknüpfend an Tönnies, Durkheim, Simmel, Weber, Schütz, Parsons, Elias, Mead, Goffman, Giddens, Garfinkel, Linton, Dahrendorf, Homans, Habermas, Luhmann, Bourdieu u.a. werden die unterschiedlichen Modelle auf die sechs dualen Planetenpaare des Tierkreises angewandt, die schon als klassische ‚Wohltäter‘ und ‚Übeltäter‘ und eine 2. Matrix im Tierkreis bildeten.

 
Der zweite Schwerpunkt setzt an den Entwicklungsstufen durch die unterschiedlichen Lebensphasen an, wie sie durch den Psychologen Erik H. Erikson beschrieben wurden. Ein neuer dynamischen Altersschlüssel, der die unterschiedliche Länge der Lebensphasen berücksichtigt, orientiert sich an der Reihe der Planeten im Sonnensystem, beginnend mit Merkur. Wenn wir die entsprechende Aufgabe einer Lebensphase bewältigen, so sind wir mit dem  Psychologen Erikson in der Lage, die nächste Hürde erfolgreich anzugehen. Haben wir mit Merkur in der frühen Kindheit kognitive Fähigkeiten erworben, können wir uns im Alter von 5 Jahren der Venus und komplexen Beziehungsstrukturen zuwenden usw. Dies wird in dem Buch 'Zeitvorstellungen und Identität' zusammen mit den Zeittypen von Zimbardo/Boyd vorgestellt.

 

Es bilden sich 12 Stufen der Entwicklung, in denen wir jeweils ein spezifisches Lernprogramm durchlaufen. Das jeweilige ICH erzählt sich anhand der durchlebten Erfahrungen und erkennt sich in diesem Erzählen nicht nur selbst, sondern konstruiert die soziale Welt nach den gewonnenen Erfahrungen. Mit dem Horoskop liegt uns ein Modell vor, anhand dessen wir den Erzählstrang entwickeln können. Ein Leben lang. Die Planetensymbole stehen für 12 Identitäten, die unterschiedlichen Funktionsbereichen des Gehirns und des sozialen Lebens entsprechen. Mars beispielsweise steht auf der psychischen Ebene für Vitalitätsfunktionen, Triebabfuhr und -Abwehr; auf der sozialen Ebene für Sport und andere Körperaktivitäten, das Militär, Abenteuerreisen usw. Jedem Planetenprinzip entspricht eine Entwicklungsphase im Leben; bei Mars die Latenz (8-13), in der wir die für uns typischen Aktivierungsmuster entwickeln. 'Astrologische Soziologie, Band I - Evolution psycho-sozialer Systeme' fasst die angesprochenen Modelle vor einem systemtheoretischen Hintergrund der Funktion psychischer und sozialer Systeme zusammen.

 

Die Bücher führen allgemein in eine sozialwissenschaftliche Methodik für die Astrologie ein und stellen ein Grundlagensystem vor, das neurophysiologische Erkenntnisse der Persönlichkeitsforschung (Sozionik) genauso berücksichtigt, wie konstruktivistische und systemische Ansätze der Gesellschaftswissenschaften. Aus der philosophischen Anthropologie stammt die Idee, dass Mythen Prototypen gesellschaftlicher Institutionalisierung sind und ihre Symbole für die Gesellschaft konstituieren. Sie geben den Zeitstrukturen archetypische Bilder. Entsprechende Repräsentationen im Gehirn wirken identitätsbildend. Das Ich entsteht aus der Interaktion mit dem Du und Wir der Institutionen und festgelegten rituellen Handlungen. Daraus bildet sich ein Wertekonsens sozialer Archetypen, der sich in unseren Sprachen als astrologische Matrix wiederspiegelt, wie ich es in "Soziale Archetypen - Planetenmatrix entschlüsselt" in der 2. Auflage ausführlich auf verschiedene Wertmodelle der Soziologie angewendet ausführe.

 

Diese Werte-Matrix legt unsere Ausdrucksmöglichkeiten fest; da sie aber hinreichend komplex ist, organisiert sich Kommunikation jeweils selbst in jeder Situation aus lebendigen Emotionen und Bedürfnissen (die den Werten entsprechen und durch verbale und nonverbale Kommunikation eingeübt werden) und kann nicht genauer bestimmt werden. Die Zukunft ist niemals vorhersehbar - ja, das, was wir Zukunft nennen, ist ein reines Produkt unseres Gehirns und seiner sich selbst reproduzierenden Wahrnehmungen. Die Ausrichtung an Werten bestimmet unser gesellschaftliches Verhalten und die Orientierung in die Zukunft und macht sie in diesem Sinn ein bisschen "vorhersehbar". Über die Erscheinung von mythischen Bildern auch mehr im Buch 'Astrologie ohne Dogma'. Anhand von vielen Horoskopen werden Dynamiken des 'Zeitgeists' deutlich gemacht und die Planetenqualitäten im Zusammenspiel von Gruppen gedeutet.

 

"Was ist Mythos? - Astrologie 2.0" unternimmt den Versuch, den Sinn von Mythen aus der Sicht der Soziologie zu deuten und damit auch die Astrologie in einen anthropologischen sozialwissenschaftlichen Kontext zu setzen. Mythen sind mit Niklas Luhmann, dem Begründer der soziologischen Systemtheorie, eine „operative Fixierung der Identität.“ Sie machen es möglich, außerhalb des eigenen Systems liegende, unverstandene, fremde oder unlogisch erscheinende Angelegenheiten symbolisch greifbar und operabel zu machen. Ernst Cassirer sieht in den Mythen Figuren, deren Wirkung besonders in Krisen eintritt, wenn die Vielfalt des symbolischen Denkens durch die Wucht des Schicksals eingeschränkt wird und affektive, mit Riten beladene Gefühls­gemeinschaften entstehen.

 

Für Arnold Gehlen, einem weiteren Vertreter der „philosophischen Anthropologie“, ist der Mythos ein Versuch, zwischen struktureller Gewalt und ursprünglichem Empfinden in einem performativen Akt (Ausdruck) zu vermitteln, und hat damit eine Entlastungsfunktion. Mythen helfen, Rituale zu kreieren, lebendige Rituale, die zur Bewältigung des Alltags beitragen und lähmende Regeleinschränkungen in der spontanen Entäußerung zu durchbrechen. Einer der ältesten Mythen bezieht sich auf die epochalen Zeitalter der Menschheit. 

 

Mehr: www.astrologie-abc.de/index.php

 

 

Tehuacan - Der Roman

Tehuacan ist das Romandebut des Astrologen Andreas Bleeck. Die Handlung spielt im Jahr 2048 nach einer durch einen Polsprung ausgelösten Katastrophe, die sämtliche elektronischen Geräte zerstört. Doch in der UNO-Projektstadt Tehuacan funktioniert alles wie gewohnt, da der Strom mit „freier Energie“ gewonnen wird.

Der Chemiker und Projektleiter Patrick O’Hara befindet sich zur Zeit des Polsprungs in New York. Durch ein „Biohandy“, das mit Skalarwellen trotz der Umpolung des Erdmagnetfeldes funktioniert, kann er einen Flug nach Tehuacan organisieren. Seine langjährige Bekannte Cecil kann sich nicht entschließen mitzufliegen; sie bleibt im Chaos der sich selbst auflösenden Großstadt.

 

Nachdem O’Hara in Tehuacan angekommen ist, führt ihn sein erster Weg vor die Stadt, wo John Craft, der Erbauer der freien Energieanalagen mit Experimenten beschäftigt ist. Er klärt O’Hara über die Veränderungen in der Atmosphäre auf, auf die Eichung der Anlagen mit Naturphänomenen und die Wichtigkeit eines Materials namens Schungit, dass Atomstrahlung abhalten kann.  O‘Hara verspricht sich bald auf die Suche danach in den Bergen von Alamar zu machen.

 

Band I und II sind 2016 bei Wolfbach erschienen.